Warum heißt der Schwarzwald Schwarzwald? Die ehrliche Antwort lautet: Sicher belegt ist, ab wann der Name auftaucht. Warum der Wald „schwarz“ genannt wurde, ist dagegen nicht abschließend geklärt. Am häufigsten wird er mit dem dunklen, dichten Wald erklärt. Die oft erzählte Geschichte von den Römern und der „Silva Nigra“ lässt sich nach unserer Recherche nicht auf antike Quellen stützen.

Wald im Nebel
Foto: RicardaLueck / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Warum heißt der Schwarzwald Schwarzwald? Die kurze Antwort

Die deutsche Bezeichnung ist erstmals im Jahr 868 belegt, in einer Urkunde des Klosters St. Gallen. Dort ist von einem „saltu Svarzwald“ die Rede. Das berichten sowohl Planet Wissen als auch Wikipedia.

Als Grund für das „Schwarz“ gilt meist der Eindruck eines dunklen, dichten und schwer zugänglichen Waldes. Planet Wissen beschreibt den Schwarzwald als Landschaft, die zu etwa 80 Prozent aus Tannen und Fichten besteht, „dem dunklen Nadelwald also“. Ein Beleg dafür, dass die Namensgeber genau das meinten, liegt jedoch nicht vor. Auch die Seite schwarzwald-geschichte.de nennt die Herkunft von „schwarz“ nicht vollständig geklärt.

Woher kommt der Name Schwarzwald? Die Römer und „Silva Nigra“

Beliebt ist diese Erklärung: Die Römer hätten den Wald „Silva Nigra“ genannt, lateinisch für „schwarzer Wald“. So erzählt es zum Beispiel Schwarzwald Tourismus, allerdings als Geschichte, die man sich erzählt. Auch Planet Wissen nennt die Römer als Namensgeber.

Die antiken Autoren, die das Gebirge erwähnen, verwenden jedoch andere Namen:

NameQuelle und ZeitBedeutung
Abnoba monsPlinius und Tacitus (1. Jahrhundert), Ptolemaios (um 150)Gebirgsname, dem Schwarzwald zugeordnet
Marcianae silvaeAmmianus Marcellinus (4. Jahrhundert)wahrscheinlich „Grenzwald“
Svarzwald / SwarzwaldUrkunde des Klosters St. Gallen, 868erste deutsche Namensform

Die lateinische Form „silva nigra“ taucht dagegen in mittelalterlichen Urkunden auf. Das schreibt schwarzwald-geschichte.de. Ob dieser Ausdruck schon in römischer Zeit gebräuchlich war, ist nicht belegt.

Abnoba und die Marciana Silva: Namen aus der Antike

Der Name „Abnoba mons“ wird laut Wikipedia überwiegend mit dem Schwarzwald verbunden. Er findet sich bei Plinius und Tacitus. Abnoba war nach schwarzwald-geschichte.de eine keltische Göttin, die die Römer mit Diana gleichsetzten.

Bei Ammianus Marcellinus ist von den „Marcianae silvae“ die Rede. Die Wikipedia leitet das vom germanischen Wort für „Grenze“ ab. Der Schwarzwald markierte demnach wahrscheinlich das Grenzgebiet zu den Markomannen östlich des römischen Limes. Auch das ist eine Deutung, keine gesicherte Tatsache.

Warum „schwarz“? Mehrere Erklärungen, keine gesichert

Der dunkle Wald

Dichte Kronen lassen wenig Licht auf den Boden. Wer ein großes, kaum besiedeltes Waldgebirge erlebt, nimmt es als dunkel wahr. Diese Erklärung ist die verbreitetste, sie bleibt aber eine Vermutung.

Tannen und Fichten

Heute prägen Nadelbäume das Bild. Allerdings stammt der hohe Fichtenanteil laut schwarzwald-geschichte.de in großen Teilen aus Aufforstungen des 19. Jahrhunderts, nachdem viele Flächen abgeholzt worden waren. Die Herleitung des Namens allein aus der heutigen Fichte greift deshalb zu kurz.

Ein Wald, der sich verändert hat

Der Wald war nicht immer so, wie wir ihn kennen. Nach einem Fachartikel von Helmut Volk (FVA Baden-Württemberg) erreichte der Kulturwald im Südschwarzwald um 1790 durch intensive Nutzung einen Tiefstand. Rund um den Feldberg lag der Waldanteil damals bei etwa 30 Prozent; Weidfelder und Reutberge prägten die Landschaft. Heute sind es dort etwa 70 Prozent.

Wald und Menschen: Holz, Erz und Klöster

Der Name erzählt nur einen Teil der Geschichte. Nach Schwarzwald Tourismus drangen die Menschen im Mittelalter tiefer in den Wald vor, unter anderem wegen Erz und Silber; irische und schottische Missionare gründeten Klöster. Später wurden viele Bäume für den Schiffsbau und für Holzkohle gefällt. Besonders große Tannen, die „Holländer“, dienten als Masten für die holländische Handelsflotte und wurden auf Flößen über die Flüsse bis zum Rhein transportiert.

Auch der Fachartikel der Forstlichen Versuchsanstalt zeigt, wie stark die Nutzung den Wald prägte: Im Südschwarzwald gab es um 1790 viele Weidfelder, selbst an steilen Hängen. Die Niederwaldbewirtschaftung endete etwa um 1930. Heute wachsen dort Mischwälder, unter anderem mit Fichte, Tanne, Ahorn, Eberesche und Buche.

Der Schwarzwald in Zahlen

Wer den Wald im Südschwarzwald selbst erleben möchte, findet Ideen im Beitrag Ausflugsziele im Schwarzwald.

Schwarzwald erleben: Symbole und Ziele

Zum Schwarzwald gehören auch seine Bilder. Eines davon ist der Bollenhut; seine Herkunft erklären wir in einem eigenen Beitrag. Wer die dunklen Schluchten im Wald selbst erleben möchte, findet Anregungen zur Wutachschlucht und zur Ravennaschlucht.

Bach im Naturschutzgebiet Wutachschlucht
Foto: Roland Klein / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der Schwarzwald vor der Tür: unser Haus in Birkendorf

Wir liegen in Birkendorf im südlichen Hochschwarzwald, auf 800 Metern über dem Meer, im Rothauser Land. Vom Hotel aus ist der Wald nicht weit. Nach einem Spaziergang unter den Bäumen wartet bei uns der Wellnessbereich mit Panoramasauna und Waldblick sowie dem Innenpool (84 m²). Der Bereich ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.

In unserem Restaurant Sonnenhof servieren wir kreativ-badische Küche mit regionalen Zutaten. Alle Arrangements enthalten Übernachtung, Frühstücksbuffet, Verwöhnmenü und die Nutzung der Wellnessanlage. Direkt buchen können Sie unter Zimmer buchen.

Ausruhen auf Relaxliegen am Fenster im Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde
Foto: Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde

Häufige Fragen zum Namen Schwarzwald

Warum heißt der Schwarzwald Schwarzwald?

Der Name ist seit 868 belegt. Meist wird er mit dem dunklen, dichten Wald erklärt. Eine abschließend gesicherte Herkunft gibt es nicht.

Wann wurde der Name Schwarzwald erstmals erwähnt?

In einer Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 868, in der Schreibung „Svarzwald“.

Haben die Römer den Schwarzwald „Silva Nigra“ genannt?

Das wird häufig behauptet, ist aber nicht belegt. Antike Autoren nennen das Gebirge „Abnoba mons“ oder sprechen von den „Marcianae silvae“. „Silva nigra“ ist aus mittelalterlichen Urkunden bekannt.

Wie hieß der Schwarzwald früher?

In der Antike ist der Name „Abnoba mons“ überliefert, bei Ammianus Marcellinus (4. Jahrhundert) „Marcianae silvae“.

Wie hoch ist der höchste Berg im Schwarzwald?

Der Feldberg ist 1.493 Meter hoch. Manche Quellen nennen 1.494 Meter, je nach Messung und Bezugshöhe.

War der Schwarzwald schon immer so waldreich?

Nein. Im Feldberggebiet lag der Waldanteil um 1790 bei etwa 30 Prozent, heute sind es rund 70 Prozent (Fachartikel von Helmut Volk, FVA Baden-Württemberg).

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Aktuelle Information

Liebe Gäste,

wir befinden uns ab dem 8. Dezember 2024 bis einschließlich 18. Dezember 2024 in Betriebsferien!

In dieser Zeit erreichen Sie unsere Hotelrezeption eingeschränkt von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr telefonisch unter +49 7743 92010.

Ihre Anliegen nehmen wir auch gerne jederzeit schriftlich entgegen:

E-Mail: info@sonnenhof-sonnhalde.de

Whatsapp: +49 160 93232237

Verfügbarkeiten prüfen und Buchungen tätigen können Sie bequem rund um die Uhr direkt über unsere Homepage. Nur hier erhalten Sie den exklusiven Online-Rabatt und können bis zu 35 % sparen!