Der Sauna-Aufguss gilt vielen als Höhepunkt des Saunabesuchs: Wasser trifft auf heiße Steine, Dampf steigt auf, und die Hitze legt noch einmal zu. Damit alle Gäste den Aufguss genießen können, gibt es Abläufe, Richtwerte und ein paar ungeschriebene Regeln. Dieser Beitrag erklärt, was beim Aufguss geschieht, welche Arten es gibt und wie Sie sich als Gast richtig verhalten.

Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Der Aufguss ist ein zusätzlicher Hitzereiz; wenn Sie Vorerkrankungen haben, klären Sie die Sauna insgesamt vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Aufguss in der Sauna des Wellnesshotels Sonnenhof & Sonnhalde
Foto: Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde

Sauna-Aufguss: Was dabei passiert

Beim Aufguss wird Wasser auf die heißen Saunasteine gegossen. Dabei erhöht sich laut Stiftung Warentest schlagartig die Luftfeuchtigkeit; der Dampf wirkt als zusätzlicher Hitzereiz auf die Haut. Die Stiftung Warentest ordnet die Wirkung eingesetzter Düfte vor allem als Wohlbefinden ein.

In Finnland heißt der entstehende Dampf „Löyly“. Die UNESCO beschreibt ihn in ihrem Eintrag zur finnischen Saunakultur als „Geist“ beziehungsweise Dampf, der beim Aufgießen heißer Steine freigesetzt wird. Die KölnBäder nennen für eine finnische Aufguss-Sauna etwa 90 °C und 5 bis 10 Prozent Luftfeuchtigkeit, die beim Aufguss auf bis zu 30 Prozent steigt.

Richtwerte für öffentliche Saunen

Für Saunaanlagen, die nicht ausschließlich privat genutzt werden, gibt es Richtwerte, die der Deutsche Sauna-Bund (DSB) und die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) nennen:

Hintergrund: Beim Erhitzen von Aufgusswasser mit Duftstoffen auf sehr heißen Ofenflächen können Abbauprodukte wie Formaldehyd entstehen. Bei Einhaltung der Herstellerangaben und Empfehlungen blieben in Messungen die Grenzwerte eingehalten (Wegscheider et al. 2017). Für Sie als Gast heißt das vor allem: Ein ordentlich geführter Aufguss folgt festen Regeln.

Ablauf eines klassischen Aufgusses

Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Haus. Ein klassischer Aufguss verläuft laut Wikipedia und ZDFheute meist so:

  1. Sie nehmen Platz und schwitzen kurz vor.
  2. Die Aufgießerin oder der Aufgießer gibt portionsweise Wasser, oft mit wenigen Tropfen Aufgusskonzentrat, mit einer Kelle auf die Steine.
  3. Nach etwa einem Drittel des Wassers verteilt sie oder er den Dampf mit einem Handtuch oder Fächer im Raum („Wedeln“).
  4. Das Ganze wiederholt sich üblicherweise dreimal.
  5. Zum Schluss folgen oft Applaus und ein bis zwei Minuten Nachschwitzen.

Anschließend gehen Sie wie nach jedem Saunagang vor: erst an die frische Luft, dann abkühlen, dann ausruhen. Wie das genau geht, lesen Sie im Beitrag Sauna-Regeln für Einsteiger.

Aufguss-Arten im Überblick

Zu Duftaufgüssen schreibt die Stiftung Warentest, aus wissenschaftlicher Sicht seien gesundheitliche Risiken nicht bekannt. Wer auf Duftstoffe allergisch reagiert, sollte sie meiden. Als Orientierung nennt sie das Prüfsiegel „Geprüfte Qualität“ des Deutschen Sauna-Bundes (der „blaue Tropfen“) für Aufgussprodukte mit vollständiger Inhaltsliste und Dosierung. Die Aussage stammt aus dem Jahr 2011.

Aufguss-Knigge: So verhalten Sie sich richtig

Aufguss und Gesundheit: Wer vorsichtig sein sollte

Der Aufguss erhöht die Luftfeuchtigkeit und damit das Hitzeempfinden. Eine 2026 veröffentlichte Studie mit 50 gesunden Erwachsenen fand, dass in einer finnischen Sauna neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit unabhängig mit einem höheren Puls zusammenhing. Wer ohnehin am Limit ist, merkt den Aufguss also stärker. Mehr zum Zusammenspiel von Hitze und Feuchtigkeit lesen Sie im Beitrag Dampfbad oder Sauna.

Die Gegenanzeigen sind dieselben wie für die Sauna insgesamt, etwa akute Infekte, Fieber (siehe Sauna bei Erkältung), niedriger Blutdruck oder akute Herzbeschwerden (Barmer). Alkohol sollten Sie meiden. Eine ausführliche Übersicht finden Sie im Beitrag Ist Sauna gesund?. Trinken Sie nach dem Aufguss ausreichend.

Saunieren bei uns im Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde

In Ühlingen-Birkendorf steht Ihnen die Panoramasauna mit Waldblick offen, eine finnische Sauna, von 12 bis 20 Uhr. Dazu kommen die Textil-Gartensauna (14 bis 20 Uhr) und die Bio-Dampfsauna (16 bis 20 Uhr). Die Sauna ist ab 16 Jahren zugänglich. Wie die finnische Sauna aufgebaut ist und wie sie sich von der Bio-Sauna unterscheidet, erklärt der Beitrag Finnische Sauna; zur Textilsauna lesen Sie Textilsauna im Schwarzwald.

Saunaaufguss im Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde
Foto: Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde

Zu Aufguss-Zeiten und zum Ablauf in unserem Haus informieren wir Sie gern vorab an der Rezeption (+49 7743 92010) oder unter wellness@sonnenhof-sonnhalde.de. Einen Überblick über unsere Anlage gibt die Saunalandschaft im Schwarzwald; Ihr Zimmer buchen Sie direkt über die Website.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Sauna-Aufguss?

Der Deutsche Sauna-Bund nennt in einem Fachvortrag 6 bis 10 Minuten, höchstens 12 Minuten. Die DGUV empfiehlt eine Aufgusszeit von höchstens 10 bis 12 Minuten.

Darf ich während des Aufgusses die Sauna verlassen?

Ja, wenn Sie sich unwohl fühlen, sollten Sie die Kabine sofort verlassen. Betreten dürfen Sie sie nach Beginn des Aufgusses in der Regel nicht mehr.

Darf ich selbst aufgießen?

In öffentlichen Saunen sieht die DSB-Richtlinie für Aufgüsse eine verantwortliche Person und geschultes Personal vor; fragen Sie im Zweifel nach der Hausordnung. In Finnland ist das Aufgießen in der Sauna dagegen üblich; dort sollen Sie laut Finnischer Saunagesellschaft auf andere Badende Rücksicht nehmen und den Dampf nicht aus nächster Nähe einatmen.

Sind Duftaufgüsse unbedenklich?

Die Stiftung Warentest nannte 2011 keine bekannten gesundheitlichen Risiken. Bei einer Duftstoffallergie sollten Sie Duftaufgüsse meiden.

Wer sollte auf Aufgüsse verzichten?

Die Gegenanzeigen entsprechen denen der Sauna allgemein, etwa akute Infekte, Fieber oder akute Herzbeschwerden. Bei Vorerkrankungen fragen Sie bitte vorab Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Quellen

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