Ist Sauna gesund? Für gesunde Erwachsene gilt Saunieren in Maßen als unbedenklich und möglicherweise gesundheitsfördernd – so fasst es etwa die Barmer zusammen. Die ganze Antwort ist etwas differenzierter: Viele der häufig zitierten Ergebnisse stammen aus Beobachtungsstudien mit finnischen Männern, und für manche Menschen ist die Sauna nicht geeignet.
Dieser Beitrag ordnet ein, was die Forschung zur Wirkung der Sauna tatsächlich zeigt, wo ihre Grenzen liegen und wer vor dem Saunagang ärztlichen Rat einholen sollte.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Vorerkrankungen haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen, klären Sie den Saunabesuch bitte vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ist Sauna gesund? Was im Körper passiert
Während eines Saunagangs steigt die Körpertemperatur laut Barmer um etwa 1 °C. Die Herzfrequenz erhöht sich auf rund 120 bis 150 Schläge pro Minute, in Ruhe sind es bei gesunden Menschen 60 bis 80. Der Blutdruck steigt zunächst an, die Blutgefäße weiten sich.
Die Belastung für den Kreislauf ähnelt nach Angaben der Barmer einer kurzen, moderaten Sporteinheit; die Apotheken Umschau vergleicht sie mit Treppensteigen. Nach dem Saunagang normalisieren sich Temperatur und Puls, der Blutdruck sinkt laut Barmer sogar unter den Ausgangswert.
Was Studien zur Wirkung der Sauna zeigen
Herz, Kreislauf und mehr: die finnischen Langzeitstudien
Die bekannteste Untersuchung stammt von Laukkanen und Kollegen (JAMA Internal Medicine, 2015). Sie begleitete 2.315 Männer aus Ostfinnland im Alter von 42 bis 60 Jahren im Mittel 20,7 Jahre lang. Wer vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna ging, hatte im Vergleich zu Männern mit einem Saunagang pro Woche ein deutlich geringeres Risiko für den plötzlichen Herztod (Hazard Ratio 0,37). Bei zwei bis drei Saunagängen pro Woche war der Unterschied statistisch nicht eindeutig.
Dieselbe Forschungsgruppe hat weitere Auswertungen veröffentlicht. Die folgende Übersicht zeigt jeweils den Vergleich „vier bis sieben Saunagänge pro Woche“ gegenüber „einem Saunagang pro Woche“. Ein Hazard Ratio unter 1 bedeutet, dass in der häufig saunierenden Gruppe seltener ein Ereignis auftrat.
| Untersuchtes Ergebnis | Studie und Teilnehmende | Hazard Ratio (4–7 vs. 1 pro Woche) |
|---|---|---|
| Plötzlicher Herztod | JAMA Internal Medicine 2015; 2.315 Männer, 20,7 Jahre | 0,37 |
| Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankung | BMC Medicine 2018; 1.688 Männer und Frauen, 15 Jahre | 0,23 |
| Bluthochdruck (Neuerkrankung) | American Journal of Hypertension 2017; 1.621 Männer, 24,7 Jahre | 0,54 |
| Schlaganfall | Neurology 2018; 1.628 Männer und Frauen, 14,9 Jahre | 0,39 |
| Demenz | Age and Ageing 2017; 2.315 Männer, 20,7 Jahre | 0,34 |
| Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD, Lungenentzündung) | European Journal of Epidemiology 2017; 1.935 Männer, 25,6 Jahre | 0,59 (mindestens 4 vs. höchstens 1) |
Die Unsicherheitsbereiche dieser Werte sind teils breit; die genauen Angaben finden Sie in den verlinkten Studien am Ende des Beitrags.
Wie belastbar sind diese Ergebnisse?
Alle genannten Studien sind Beobachtungsstudien. Sie zeigen einen Zusammenhang, aber keinen Beweis für Ursache und Wirkung. In einem Kommentar zur Studie von 2015 gab die Medizinerin Rita Redberg (UCSF) zu bedenken, dass häufige Saunagänger vielleicht ohnehin entspannter oder sozial aktiver leben (Deutsches Ärzteblatt). Zudem stammen die meisten Langzeitdaten aus Finnland und betreffen überwiegend Männer; auf andere Länder sind sie laut Apotheken Umschau nicht ohne Weiteres übertragbar.
Ein systematischer Überblick von Hussain und Cohen (2018) wertete 40 klinische Studien mit zusammen 3.855 Teilnehmenden aus. Nur 13 davon waren randomisierte kontrollierte Studien, die meisten waren klein. Fazit der Autoren: Regelmäßiges Saunieren hat potenzielle gesundheitliche Vorteile, es braucht aber mehr und bessere Daten. Der Kardiologe Prof. Axel Schmermund sagt in der Barmer, häufige Saunagänge seien für Gesunde nach heutigem Wissen nicht schädlich.
Wofür ist Sauna gut? Mögliche Vorteile im Überblick
- Kreislauf und Blutdruck: Beobachtungsstudien sehen einen Zusammenhang mit selteneren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (siehe Tabelle). Als mögliche Mechanismen nennen Fachleute unter anderem weniger steife Arterien und eine bessere Funktion der Gefäßinnenhaut.
- Atemwege und Infekte: Eine kleine Studie mit je 25 Freiwilligen fand über sechs Monate weniger Erkältungen bei regelmäßigen Saunagängern; die Autoren schrieben, dass die Sauna „wahrscheinlich“ die Zahl der Erkältungen senkt und weitere Studien nötig sind. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Sauna bei Erkältung.
- Muskeln und Gelenke: Ein Übersichtsartikel (Hannuksela und Ellahham, 2001) nennt als mögliche Wirkung eine Linderung von Schmerzen und eine bessere Beweglichkeit bei rheumatischen Erkrankungen; die Barmer erwähnt zudem Spannungskopfschmerzen als mögliches Anwendungsfeld.
- Entspannung: Die Barmer nennt weniger Stress als mögliche Wirkung; die Forschung zur Stressreduktion ist allerdings weniger umfangreich als die zu Herz und Kreislauf.
Entgiftung und Abnehmen: Was die Sauna nicht leistet
Die Behauptung, Sauna „entgifte“ den Körper, ist nach Auffassung der Barmer nicht ausreichend belegt. Die Apotheken Umschau weist den Mythos der „Entschlackung“ ausdrücklich zurück: Schweiß enthalte nicht mehr Gifte als andere Körperflüssigkeiten.
Auch der Gewichtsverlust nach dem Saunagang ist laut Barmer reiner Flüssigkeitsverlust, den Sie durch Trinken wieder ausgleichen. Zum Abnehmen taugt die Sauna daher nicht.
Risiken und Nachteile der Sauna
- Kreislauf: Wer zu schnell aufsteht, kann Schwindel bekommen, weil das Blut in den Beinen „versackt“ (SRF). Die Barmer rät, sich in den letzten zwei Minuten aufzusetzen.
- Alkohol: Er erhöht laut Übersichtsarbeit von Hannuksela und Ellahham das Risiko für Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Tod. Die Apotheken Umschau berichtet, dass bei vermeidbaren Todesfällen in finnischen Saunen fast immer Alkohol im Spiel war.
- Überhitzung: Besonders ältere Menschen sollten nicht zu lange in der Hitze bleiben. Bei Unwohlsein oder Schwindel verlassen Sie die Kabine sofort, auch während eines Aufgusses (apotheken.de; mehr im Beitrag Sauna-Aufguss).
- Insulin: Wärme beschleunigt die Aufnahme von Insulin ins Blut; ohne angepasste Therapie droht eine Unterzuckerung (Apotheken Umschau).
- Fruchtbarkeit: In einer sehr kleinen Studie mit zehn Männern war die Spermienbildung gestört, nach Ende der Saunagänge erholte sie sich wieder (Hussain und Cohen). Die Datenlage ist dünn.
Wann Sie auf die Sauna verzichten oder vorher fragen sollten
Diese Gegenanzeigen nennen Krankenkassen und Fachliteratur. Die Liste ist nicht vollständig; im Zweifel entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
- Akute Infekte, Fieber, akute Entzündungen: Hier gilt Verzicht (Barmer, TK). Details im Beitrag Sauna bei Erkältung.
- Niedriger Blutdruck: Die Sauna senkt den Blutdruck weiter, es droht Ohnmacht (Barmer).
- Akute Herzerkrankungen: wiederkehrende Brustenge oder instabile koronare Herzkrankheit, kürzlicher Herzinfarkt, unkontrollierter Bluthochdruck, instabile Herzschwäche, schwere Verengung der Aortenklappe (Barmer; ähnlich Hannuksela und Ellahham). Bei stabiler Angina pectoris oder einem länger zurückliegenden Infarkt ist die Sauna laut dieser Übersicht für die meisten sicher – aber nur nach ärztlicher Rücksprache.
- Bluthochdruck und andere Herzerkrankungen: Die Belastung nicht unterschätzen und vorher mit dem Arzt sprechen (Apotheken Umschau). Nach einem Herzinfarkt rät die AOK (mit Verweis auf die Deutsche Herzstiftung), auf kaltes Baden und plötzliche Abkühlung zu verzichten.
- Insulinpflichtiger Diabetes: Therapie vorab mit dem Arzt abstimmen.
- Schwangerschaft: vorher mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprechen (Barmer).
- Unsicherheit oder später Einstieg: Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt Anfängerinnen und Anfängern mit gesundheitlichen Problemen, vor dem ersten Saunabad einen saunaerfahrenen Arzt aufzusuchen.
Wie lange ein Saunagang dauern sollte und wie Sie richtig abkühlen, lesen Sie im Beitrag Sauna-Regeln für Einsteiger. Die Studien oben vergleichen Häufigkeiten, geben aber keine ärztliche Empfehlung vor, wie oft Sie saunieren sollten.
Saunieren im Wellnesshotel Sonnenhof & Sonnhalde
Bei uns in Ühlingen-Birkendorf, auf 800 Metern über dem Meer, steht Ihnen der Wellnessbereich täglich von 9 bis 20 Uhr offen. Zur Wahl stehen die Panoramasauna mit Waldblick (finnische Sauna, 12 bis 20 Uhr), die Textil-Gartensauna (14 bis 20 Uhr) und die Bio-Dampfsauna (16 bis 20 Uhr). Die Sauna ist ab 16 Jahren zugänglich.
Zum Ausruhen zwischen den Gängen gibt es die Ruhebereiche „Garten“ und „Waldblick“, ein Kneipp-Wassertretbecken und zwei Wellness-Teestationen. Einen Überblick finden Sie in unserem Beitrag zur Saunalandschaft im Schwarzwald. Worin sich die Saunen unterscheiden, erklären die Beiträge Finnische Sauna und Dampfbad oder Sauna.

Auch Tagesgäste sind willkommen: Das Day Spa beginnt mit „Schwarzwald Light“ (Eintritt und Wellnesstasche) ab 29,90 € (Stand: Oktober 2026). Für einen längeren Aufenthalt finden Sie unsere Angebote unter Buchen.
Häufige Fragen
Ist Sauna für jeden gesund?
Nein. Für gesunde Erwachsene gilt Saunieren in Maßen als unbedenklich, bei akuten Infekten, Fieber, niedrigem Blutdruck oder bestimmten Herzerkrankungen ist die Sauna nicht geeignet. Im Zweifel fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie oft sollte man in die Sauna gehen?
Eine allgemeingültige ärztliche Empfehlung gibt es in den hier genutzten Quellen nicht. Die finnischen Studien verglichen einen, zwei bis drei und vier bis sieben Saunagänge pro Woche. Orientieren Sie sich an Ihrem Wohlbefinden und besprechen Sie Häufigkeit und Dauer bei Vorerkrankungen mit Ihrem Arzt.
Entgiftet die Sauna den Körper?
Das ist nicht ausreichend belegt. Barmer und Apotheken Umschau weisen die Entgiftungsbehauptung zurück; der Gewichtsverlust beim Schwitzen ist Flüssigkeitsverlust.
Darf ich bei Bluthochdruck in die Sauna?
Bei unkontrolliertem Bluthochdruck gilt die Sauna als ungeeignet (Barmer). Bei behandeltem Bluthochdruck sollten Sie die Belastung nicht unterschätzen und vorher ärztlichen Rat einholen (Apotheken Umschau).
Ist Sauna in der Schwangerschaft erlaubt?
Das sollten Sie vorher mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt besprechen (Barmer).
Quellen
- Barmer: Ist Sauna gesund? (Wirkung, Gegenanzeigen, Empfehlungen)
- Apotheken Umschau: Sauna – Wie der Körper profitiert (2020)
- AOK-Gesundheitsmagazin: Wie gesund ist ein Sauna-Besuch? (2021)
- apotheken.de: Hitzschlag in der Sauna (2025)
- SRF: Richtig saunieren – Tipps für Gesundheit und Wohlbefinden
- Laukkanen et al.: Sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality, JAMA Internal Medicine 2015 (PubMed)
- Laukkanen et al.: Sauna bathing and cardiovascular mortality in men and women, BMC Medicine 2018 (PubMed)
- Zaccardi et al.: Sauna bathing and incident hypertension, American Journal of Hypertension 2017 (PubMed)
- Kunutsor et al.: Sauna bathing and stroke risk, Neurology 2018 (PubMed)
- Laukkanen et al.: Sauna bathing and dementia, Age and Ageing 2017 (PubMed)
- Kunutsor et al.: Sauna bathing and respiratory diseases, European Journal of Epidemiology 2017 (PubMed)
- Hussain und Cohen: Clinical effects of regular dry sauna bathing – a systematic review, 2018 (PubMed)
- Ernst et al.: Regular sauna bathing and the incidence of common colds, Annals of Medicine 1990 (PubMed)
- Hannuksela und Ellahham: Benefits and risks of sauna bathing, American Journal of Medicine 2001 (PubMed)
- Deutsches Ärzteblatt: Saunabesucher leben länger (2015)
- Goldene Regeln für das Saunabaden des Deutschen Sauna-Bundes (Aushang, Fassung 2022)
- Techniker Krankenkasse: Sauna bei Erkältung – gesund oder riskant? (2025)



